Brautkleid nach der Hochzeit: Wie aus dem Hochzeitskleid ein Abendkleid wird

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Ein Brautkleid wird in der Regel für einen einzigen Tag ausgesucht, oft mit viel Zeit und Liebe zum Detail. Nach der Hochzeit landet es bei vielen Bräuten gut verpackt im Kleiderschrank und wird nicht mehr getragen. Dabei stellt sich die Frage, ob ein Brautkleid nach der Hochzeit nicht mehr sein kann als eine schöne Erinnerung.

Gabi Hoffmann vom Atelier Zauberkleid in Duisburg hat darauf eine klare Antwort. Die Designerin für Braut- und Abendmode fertigt mit ihrem kleinen Team Brautkleider nach Maß, die von Anfang an so angelegt sind, dass sie später zu einem Abendkleid umgearbeitet und neu eingefärbt werden können. Ihr Anspruch: Ein maßgefertigtes Brautkleid soll nach der Hochzeit „kein trauriges Dasein im Kleiderschrank fristen“.

Wir haben mit Gabi Hoffmann darüber gesprochen, wie aus einem Hochzeitskleid ein Abend- oder Cocktailkleid wird, worauf es dabei schon bei der Herstellung ankommt und warum das Kleid auch Jahre später noch passen kann.

Brautkleid nach der Hochzeit: Ein Kleid für mehr als einen Tag

Bei Zauberkleid ist das Weitertragen kein nachträglicher Gedanke, sondern Teil des Konzepts. Nach der Hochzeit kann das Brautkleid zu einem Abend- oder Cocktailkleid umgearbeitet und in der Wunschfarbe eingefärbt werden. So wird aus dem Kleid für einen besonderen Tag ein Kleidungsstück, das nach Gabis Worten auch noch jahrelang als Abendkleid dienen kann.

Für die Designerin gehört diese Möglichkeit zu den Punkten, die ihr Atelier besonders machen. Möglich ist das bei jedem Brautkleid, das Gabi und ihr Team nach Maß anfertigen, ganz gleich, welchen Schnitt und welche Details die Braut dafür gemeinsam mit ihnen entworfen hat.

Ob sich ein Brautkleid später einfärben lässt, entscheidet sich allerdings nicht erst nach der Hochzeit. Die Grundlage dafür wird bereits bei der Maßanfertigung gelegt. Wie eine Maßanfertigung bei Zauberkleid abläuft, hat Gabi bereits im VOEUX Magazine zum Brautkleid nach Maß erklärt. Genau dort setzt Gabi Hoffmann an.

Vom Brautkleid zum Abendkleid: Was das Einfärben möglich macht

Damit ein Brautkleid nach der Hochzeit eingefärbt werden kann, müssen alle Bestandteile die neue Farbe annehmen. Das betrifft nicht nur Oberstoff und Spitze, sondern auch das Garn, mit dem das Kleid genäht ist. Bei Zauberkleid wird deshalb schon beim Einkauf und beim Nähen darauf geachtet.

Einfärbbare Stoffe und Spitzen auf Haute-Couture-Niveau

Für ihre Kleider kauft Gabi Hoffmann ausschließlich Stoffe und Spitzen ein, die sich einfärben lassen. Dafür besucht sie internationale Stoffmessen und wählt dort Materialien auf Haute-Couture-Niveau aus. Ihre Spitzen bezieht sie unter anderem aus Frankreich, Italien, Spanien und England.

Viele dieser Materialien gelten als schwierig in der Verarbeitung und werden in der industriellen Produktion deshalb kaum eingesetzt. Bei Zauberkleid entsteht jedes Kleid in Handarbeit, sodass auch aufwendige Stoffe und Spitzen verarbeitet werden können. Den Unterschied erkennen auch Laien: Gabi erzählt uns, dass Kundinnen oft sagen, so eine Spitze hätten sie noch nie gesehen.

Einfärbbares Seidengarn und Spezial-Färberei

Ein Detail, an das wohl die wenigsten denken, sind die Nähte. Bei Zauberkleid wird mit speziellem, einfärbbarem Seidengarn genäht, damit zum Beispiel die Seitennähte nach dem Färben nicht hell bleiben. So nimmt das Kleid die neue Farbe auch dort an, wo die einzelnen Stoffteile miteinander verbunden sind.

Für das Einfärben selbst arbeitet das Atelier mit einer Spezial-Färberei zusammen. Dort erhält das Kleid den Ton, den die Kundin vorher festgelegt hat. Welche Farben dabei besonders gefragt sind und wovon Gabi eher abrät, erklärt sie weiter unten.

Reine Seide und feine Baumwolle in Handarbeit

Auch beim Tragekomfort zeigt sich, warum sich ein Kleid von Zauberkleid für mehr als einen Tag eignet. Die Chiffonröcke bestehen nicht aus Polyester, sondern aus reiner Seide.

Ähnlich ist es beim Futter: Statt Polyamid verwendet das Atelier feinste Baumwolle, die sich besonders angenehm auf der Haut anfühlt. Solche Materialien machen nach Erfahrung der Designerin optisch wie haptisch einen großen Unterschied. Gerade bei einem Kleid, das nach der Hochzeit noch oft getragen werden soll, ist das ein Vorteil.

Welche Farbe sich für das umgefärbte Brautkleid eignet

Die Frage nach der richtigen Farbe ist für viele Bräute der spannendste Teil. Gabi Hoffmann hat dazu über die Jahre einiges beobachtet und gibt ihren Kundinnen klare Empfehlungen mit. Zwei Wege werden dabei besonders häufig gewählt.

Schwarz als Favorit: Rock und Corsage getrennt färben

Am häufigsten lassen Bräute ihr Kleid nach Gabis Erfahrung in Schwarz einfärben. Allerdings wird dabei selten das gesamte Kleid in einem Ton gefärbt. Oft wird das Oberteil abgenommen, der Rock schwarz gefärbt und die Corsage in einer anderen Farbe, zum Beispiel in Dunkelrot.

So lassen sich Rock und Oberteil anschließend auch getrennt voneinander tragen und neu kombinieren. Aus einem Brautkleid werden auf diese Weise mehrere Teile, die zu unterschiedlichen Anlässen passen. Wer das Kleid häufiger tragen möchte, gewinnt damit deutlich mehr Abwechslung.

Die Lieblingsfarbe als Vorlage

An zweiter Stelle steht bei vielen Bräuten die eigene Lieblingsfarbe. Oft ist es ein Ton, in dem sie sich schon lange ein Kleid gewünscht, es aber nie im passenden Farbton gefunden haben, etwa ein bestimmtes Taubenblau. In diesem Fall wird das Kleid meist komplett eingefärbt.

Damit der Ton genau stimmt, geben Kundinnen eine Vorlage mit: ein Garnröllchen, ein Stück Stoff oder auch einen Schuh in der gewünschten Farbe.

Warum Gabi von Knallfarben abrät

Gabis wichtigster Rat: Wer sein Kleid lange tragen möchte, sollte sich nicht für eine Knallfarbe entscheiden. Auffällige Töne wie Gelb oder Pink bleiben stark in Erinnerung. Je öfter das Kleid getragen wird, desto schneller erkennen andere es wieder, und der Wow-Effekt eines besonderen Abendkleids lässt nach.

Hinzu kommt, dass eine solche Farbe oft eine Momentaufnahme ist. Was heute gefällt, kann in drei Jahren schon anders wirken, oder man möchte damit schlicht nicht mehr auffallen. Anders sieht es nur aus, wenn sich jemand den Luxus leisten kann, in der nächsten Saison ohnehin wieder ein neues Abendkleid zu tragen.

Was beim Umarbeiten zum Abendkleid verändert wird

Neben der Farbe verändert sich beim Umarbeiten meist auch der Schnitt. In erster Linie wird dem Kleid laut Gabi das Dramatische genommen. Typischerweise wird die Schleppe abgenommen und der Rock schmaler gemacht und gekürzt, sodass das Kleid eher in Richtung Cocktailkleid geht.

Auch Details lassen sich anpassen. So kann zum Beispiel die cremefarbene Spitze am Oberteil abgenommen und durch Spitze in einer anderen Farbe ersetzt werden. Steht etwa fest, dass das Kleid dunkelrot werden soll, arbeitet das Team die neue Spitze direkt in diesem Ton auf.

Die Schleppe bleibt nur, wenn es wirklich einen Anlass dafür gibt. Getragen wird sie vor allem auf ganz großen Bällen wie bei einem Opernball.

Bis zu drei Kleidergrößen größer: Wenn sich die Figur verändert

Ein Kleid, das jahrelang getragen werden soll, muss auch dann noch passen, wenn sich die Figur verändert. Nimmt eine Kundin nach der Hochzeit zu, kann das Team von Zauberkleid das Kleid bis zu drei Kleidergrößen größer machen. Damit passt es auch nach Jahren noch, wenn es umgefärbt als Abend- oder Cocktailkleid getragen wird.

Bei Zauberkleid werden die Schnitte selbst erstellt und die Kleider im eigenen Atelier gefertigt. Gabi Hoffmann hat Design und Schnitttechnik studiert und ist seit rund 30 Jahren selbstständig. Mit der passenden Schnittführung kann sie den Blick gezielt auf die Körperpartien lenken, die eine Kundin an sich mag, und andere Bereiche in den Hintergrund rücken.

Ein Unikat, auch als Abendkleid

Jedes Kleid wird bei Zauberkleid nur ein einziges Mal angefertigt. Das gilt auch dann, wenn das Brautkleid später umgefärbt als Abendkleid getragen wird. Keine andere Frau trägt dasselbe Modell, weder am Hochzeitstag noch auf dem nächsten Ball.

Wie viel Wert Kundinnen gerade bei Abendmode auf Einzelstücke legen, hat Gabi schon früh erlebt. Sie erzählt uns von ihrem früheren Geschäft auf der Königsallee in Düsseldorf, direkt zwischen großen Modehäusern. Kundinnen kamen damals gezielt zu ihr, weil sie auf Bällen dasselbe teure Designerkleid mehrfach gesehen hatten und das nicht noch einmal erleben wollten.

Abendmode ist für Gabi Hoffmann bis heute kein Nebenthema. Neben Brautkleidern entwirft ihr Atelier auch Abendkleider und Kleider für Brautmütter nach Maß.

Ist das Brautkleid erst einmal umgefärbt, kann es zu ganz neuen Gelegenheiten getragen werden, etwa wenn die Trägerin selbst als Gast zu einer Hochzeit eingeladen ist. In neuer Farbe wirkt das Kleid wie ein neues Abendkleid und erinnert zugleich an den eigenen Hochzeitstag. So begleitet ein Stück der eigenen Hochzeit sie zu den Festen von Freunden und Familie.

Häufige Fragen zum Brautkleid nach der Hochzeit

Lässt sich jedes Brautkleid nach der Hochzeit einfärben?

Nicht jedes Brautkleid eignet sich zum Einfärben. Entscheidend ist, ob Stoffe, Spitzen und Garn die Farbe annehmen. Ein Kleid von der Stange besteht nach Erfahrung von Gabi Hoffmann meist nicht aus reiner Seide und lässt sich hinterher oft nicht einfärben, während bei Zauberkleid alle Kleider von Anfang an dafür ausgelegt sind.

Zu welchen Anlässen kann man das umgefärbte Brautkleid tragen?

Umgearbeitet zum Abend- oder Cocktailkleid eignet sich das Kleid für viele festliche Anlässe, etwa als Gast auf anderen Hochzeiten, auf Bällen oder bei Abendveranstaltungen. Zu welchem Anlass es am besten passt, hängt davon ab, in welcher Farbe es eingefärbt und wie es umgeschnitten wurde. Da die Kundin beides mitbestimmt, lässt sich das Kleid auf die Gelegenheiten abstimmen, zu denen sie es tragen möchte.

Muss man sich schon vor der Hochzeit entscheiden, ob das Kleid später umgefärbt wird?

Nein, denn bei Zauberkleid wird jedes Brautkleid von Anfang an so gefertigt, dass es sich einfärben lässt. Stoffe, Spitzen und Seidengarn sind darauf ausgelegt, unabhängig davon, ob die Braut diese Möglichkeit später nutzt. Die Entscheidung kann also in Ruhe nach der Hochzeit fallen.

Fertigt Zauberkleid auch Abendkleider und Brautmutterkleider?

Ja, neben Brautkleidern entwirft das Atelier auch Abendkleider und Kleider für Brautmütter nach Maß. Zauberkleid richtet sich damit an Bräute ebenso wie an Brautmütter und Gäste, die ein Kleid nach ihren eigenen Vorstellungen suchen. Das gilt für Farbe und Schnittform ebenso wie für Material und Tragekomfort.

Fazit: Das Brautkleid nach der Hochzeit weitertragen

Ein Brautkleid nach der Hochzeit muss nicht im Schrank verschwinden. Bei Zauberkleid wird schon bei der Maßanfertigung dafür gesorgt, dass sich das Kleid später zu einem Abend- oder Cocktailkleid umarbeiten und in der Wunschfarbe einfärben lässt. Einfärbbare Materialien, Seidengarn und die Zusammenarbeit mit einer Spezial-Färberei machen das möglich.

Hinzu kommt, dass das Kleid bei Bedarf bis zu drei Kleidergrößen größer gemacht werden kann und als Unikat auch auf späteren Festen keine andere Frau dasselbe Modell trägt. Aus einem Kleid für einen Tag wird so ein Kleid für viele weitere Anlässe.  Wer sich ein Brautkleid wünscht, das auch nach der Hochzeit weitergetragen werden kann, vereinbart am besten einen Beratungstermin bei Gabi Hoffmann in ihrem Atelier in Duisburg. Dort lässt sich gemeinsam besprechen, wie das eigene Kleid entstehen und später einmal als Abendkleid weiterleben kann.