Standesamtliche Trauung und freie/kirchliche Trauung an einem Tag? Macht das Sinn? In diesem Artikel möchte ich euch die Möglichkeiten vorstellen, wann ihr die standesamtliche Trauung und die freie/kirchliche Trauung durchführen könnt.

Die standesamtliche Trauung erfolgt in der Regel vor der freien/kirchlichen Trauung, da sie den rechtlichen Teil der Hochzeit abwickelt. Die freie/kirchliche Trauung im Anschluss ist meist nochmal individueller und zeremonieller für das Brautpaar und die Gäste. Daher wird der Tag, an dem die freie/kirchliche Trauung stattfindet meistens auch als der große Tag gewählt.

Standesamtliche Trauung und freie/kirchliche Trauung an einem Tag?

Aber es stellt sich bei vielen Brautpaaren die Frage, wann sie die freie oder kirchliche Hochzeit feiern, ob direkt am folgenden Tag nach der standesamtlichen Trauung, Wochen oder Monate später oder einfach am selben Tag? Die Antwort der Frage ist mit individuellen Faktoren verknüpft. In meinem Artikel möchte ich euch Möglichkeiten, sowie deren Vor-und Nachteile aufzeigen, die ihr bei der Entscheidung mit einbeziehen könnt.

Alles zum Thema freie Trauung findet ihr in meinem Blogbeitrag “Freie Trauung – Was ist das eigentlich genau?”

Nicht jeder wählt nach der standesamtlichen Hochzeit nochmal eine zweite Trauung. Diejenigen, die sich aber dafür entscheiden, sind völlig frei was die Reihenfolge oder den Zeitpunkt angeht.

Hochzeitswochenende: standesamtliche Trauung am Freitag und größere Trauung am Samstag

Vorteil

Der Vorteil hierbei ist, dass wenn ihr Gäste von weiter weg dabei habt, diese nicht 2 Mal anreisen müssen, sondern an beiden Trauungen am Wochenende dabei sein können. Außerdem kann man sich pro Tag auf eine Trauung konzentrieren und so die Hochzeit über 2 Tage strecken – im entspannten Rahmen natürlich. So habt ihr also eine Art Hochzeitswochenende und könnt ganze 2 Tage hintereinander mit euren Liebsten verbringen. Mit den Brautjungfern kann man beispielsweise ein Spa-Treatment dranhängen oder man geht abends einfach mit allen gemeinsam Essen. Je nach Region und Location kann man auch eventuell eine Weinführung unternehmen.

Nachteil

Der Nachteil dieser Möglichkeit ist jedoch, dass man mehr Kosten und natürlich auch mehr Aufwand hat. Ihr müsst euch zwei Mal in Schale werfen, also eventuell eine Stylistin für zwei Tage organisieren, habt 2 Anfahrten (evtl. 2 Hochzeitsautos?), 2 Sektempfänge. Natürlich kommt es letztendlich darauf an, wie ihr die beiden Tage gestaltet und in welchem Umfang ihr sie haben wollt.

Ist das was für uns?

Wenn ihr beide Trauungen in einem Wisch ohne Stress und Hektik haben möchtet und eure Gäste vielleicht von weiter weg kommen, dann empfehle ich euch diese Variante.

Standesamtliche Trauung an einem Hochzeitswochenende
Hochzeitswochenende: Standesamtliche Trauung am Freitag und freie/kirchliche Trauung am Samstag ©nadtochiy/Shutterstock.com

Standesamtliche Trauung 1 Jahr vor der freien/kirchlichen Trauung.

Vorteil/Nachteil

Wer ein bisschen Abstand zwischen den beiden Trauungen haben möchte, kann sich für diese Variante entscheiden. Der Vorteil, der gleichzeitig auch ein Nachteil mit sich zieht ist, dass man bei dieser Variante 2 große Feste feiert bzw. feiern kann. Es ist natürlich euch überlassen in welchem Rahmen ihr die Trauungen abhaltet. Letztendlich bedeutet es doppelten Spaß, aber mehr oder weniger auch doppelte Kosten (sowohl für euch als Brautpaar als auch für die Gäste (Anreise, evtl. Unterkunft, evtl. 2. Geschenke etc.).

Ist das was für uns?

Wenn ihr nicht genug vom Heiraten bekommt und gleich 2 Feste daraus machen möchtet, aber trotzdem genug Abstand dazwischen braucht, dann wählt diese Variante. Sie ist eindeutig die entspannteste Variante und man kann sich auf beide Trauungen voll und ganz konzentrieren.

Standesamtliche Trauung einige Zeit vor kirchlicher Trauung
Freie/Kirchliche Trauung werden erst einige Zeit nach der standesamtlichen Trauung gefeiert ©MNStudio/ Shutterstock.com

Standesamtliche und freie/kirchliche Trauung an nur einem Tag

Vorteil/Nachteil

Klingt erstmal logistisch und preislich gesehen nach der cleversten Variante, oder? Ihr merkt schon, dass ich nicht zu dieser Variante tendiere und sie auch nicht empfehlen möchte.

Gehen wir mal einen solchen Tag, an dem standesamtliche Trauung und freie/kirchliche Trauung stattfindet, gemeinsam durch:

Sagen wir die standesamtliche Hochzeit beginnt um 11 Uhr, um später noch Zeit für die 2. Trauung und Hochzeitstorte zu haben, bevor es dann schon mit dem Dinner weitergeht.

Für ein entspanntes Getting Ready inklusive Pläuschchen und Fotos mit den Trauzeugen, Mamas, Freundinnen etc. rechnet man circa 3-4 Stunden ein. Das Getting Ready muss also schon um 7 oder 8 Uhr morgens beginnen. Bei dem Gedanken, bis spät in die Nacht auf den Beinen und der Mittelpunkt des Tages zu sein, kann dem ein oder anderen schon der Spaß entgehen. Aber bleiben wir beim Getting Ready. Zwischendurch muss natürlich noch gefrühstückt werden, um gestärkt in den großen (und langen) Tag zu starten. Zeit, um durchzuatmen, zu genießen und zu realisieren, sollte an so einem besonderen Tag doch eigentlich auch sein, oder?

Die standesamtliche Trauung um 11 Uhr ist gepackt. Jetzt heißt es entweder Mittagessen oder Paarshooting. Oder beides? Und was machen die Gäste währenddessen?

Um 14 Uhr ist schon wieder die nächste Trauung, die dann die große offizielle Zeremonie mit allen Gästen zusammen ist. Die Aufregung steigt also etwas an. Hoffentlich wurde gut zu Mittag gegessen. Aber zum Glück gibt es nach der jetzigen Trauung schon den nächsten Programmpunkt: Die Hochzeitstorte. Doch vorher wollen alle Gäste noch gratulieren, eine Rede halten, Luftballons steigen lassen, ein Gruppenfoto machen und und und… Ihr merkt schon: Spätestens jetzt ist man doch k. o.! Und weder das Dinner noch die Party haben schon angefangen.

Zwei Trauungen an einem Tag
Die standesamtliche Trauung und die freie/kirchliche Trauung werden an einem Tag veranstaltet ©Monkey Business Images /Shutterstock.com

Ich weiß, es ist alles sehr überspitzt geschrieben und meine Empfehlung an euch wurde mehr als deutlich 🙂 Mit diesem kleinen Beispiel-Tag wollte ich es euch einfach noch besser verdeutlichen, sodass ihr bei eurer Hochzeits- bzw. Tagesplanung diese Dinge berücksichtigen könnt.

Zu welchen allgemeinen Zeitproblemen es kommen kann, wenn man die Programmpunkte zu dicht taktet, könnt ihr in meinem Blogbeitrag Hochzeitsplanung: Die 3 größten Planungsfehler! nachlesen, bei dem unter dem Punkt „Zu knapper Zeitplan“ Schritt für Schritt der Ablauf einer Hochzeit aufgezählt ist und an welchen Stellen man mehr oder weniger Zeit einplanen sollte.

Stellt euch zu Beginn die Frage: Wieso möchten wir überhaupt beide Trauungen an einem Tag haben? Und ist es euch das Wert, am Ende 20 Stunden auf den Beinen zu sein. Eine Hochzeit kann viel Geld kosten. Genießt diesen Tag also lieber in vollen Zügen anstatt von einem Programmpunkt zum anderen zu hetzen. Es ist doch viel schöner, die Zeit und die Ruhe zu haben, den Hochzeitstag mit einem großen positiven Atemzug und einem Lächeln auf dem Gesicht erleben zu können.

Ist das was für uns?

Ich würde sagen, die Brautpaare, die sowohl die standesamtliche Trauung als auch die freie/kirchliche Trauung an einem Tag durchziehen, wollen einfach keinen Mehraufwand. Eventuell liegt es auch an den Gästen, die keinen 2. Tag dabei sein können. Manchmal kann es aber auch finanzielle Gründe habe.

Wie es auch sein mag: Bitte bedenkt bei der Planung immer den Stressfaktor und geht den Tagesablauf durch, wie ich es oben beispielhaft für euch gemacht habe.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei der weiteren Planung!

Eure Carina

2 KOMMENTARE

  1. Hey Carina 🙂

    Danke für den interessanten Beitrag. Mein Freund und ich wollen nächstes Jahr heiraten und wollen es eher klein heiraten. Wir hatten geplant erst die standesamtliche Trauung zu machen und dann zur Location zu gehen, um eine entspannte, schöne Feier zu verbringen, also ohne noch eine zweite Trauung (frei oder kirchlich). Das dürfte doch machbar sein, oder was sagst du?

    Viele Grüße
    Julia

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